PERSPEKTIVE Mai -Juni 2019

Das Evangelium – eine Mogelpackung?

Ist das freie Evangelium eine Mogelpackung? Ja, klar, am Anfang steht natürlich die Gnade – unverdient und kostenlos. Evangelium pur.
Aber dann kommt das Kleingedruckte – die Bedingungen von Nachfolge und Heiligung. Und was so wunderbar leicht begonnen hat, wird immer mehr zum strammen Korsett. Jedenfalls empfinden manche es so – und brechen dann aus, aus der vermeintlichen Enge eines „fundamentalistischen Christentums“. Dann gehen die Diskussionen los. Muss man die Bibel wirklich so wörtlich nehmen? Ist nicht alles in einem bestimmten kulturellen Rahmen entstanden, der heute ganz anders ist? Muss man den „Willen Gottes“ nicht an unsere Zeit anpassen? Außerdem, es geht doch um Gnade, nicht um richtiges Handeln, oder?
Solche Gedanken werden immer wieder geäußert. Ich glaube jedoch, dass hier ein grundsätzlicher Irrtum besteht, was das Evangelium betrifft. Das Evangelium ist die Lösung für ein Problem – die Sünde. Wenn Sünde nicht mehr als problematisch angesehen wird, braucht man auch keine Lösung mehr dafür. Wer sagt: „Sünde ist nicht so wichtig – ich bin völlig frei unter der Gnade“, hat gerade dem Evangelium alle Kraft genommen.
Die Aussagen des Neuen Testaments sind sehr klar. Die Einladung Gottes an alle Menschen ist nicht ohne Bedingungen. Z. B. Jesu Ruf in Matthäus 11,28: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.“ Ruhe gibt es nur für die Mühseligen und Beladenen – ein Angebot für Menschen, die etwas loswerden wollen. Kein Angebot für Menschen, die meinen, dass mit ihnen ja eigentlich alles in Ordnung ist. Auch die bekannte Aussage von Paulus in 1. Timotheus 2,3-4 bestätigt dies: Unser „Heiland-Gott ... will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ Gott will alle – aber er will alle Menschen retten. D. h. doch, dass wir Rettung brauchen. Dass wir uns in einem Zustand befinden, der unbedingt geändert werden muss, aus dem wir uns selbst nicht befreien können. Und den wir nicht einfach fortsetzen können nach unserer Rettung – dann würde das Elend ja wieder von vorn losgehen. Gott will, dass Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, das heißt doch, dass sie bisher nicht unbedingt richtig gedacht haben – man kann nach der Gnade nicht einfach weiterdenken wie bisher, sondern muss sein Denken immer wieder neu an Gottes Wort ausrichten (Röm 12,2).
Das für uns freie Evangelium hatte für Gott einen hohen Preis: den Tod seines Sohnes Jesus Christus. So groß war unser Problem der Sünde, dass Gott solch drastische Maßnahmen ergreifen musste. Wenn Sünde so schlimm ist, dass Christus sein Leben dafür geben musste, können wir sie doch dann nicht nach Empfang der Gnade unter dem Label „christliche Freiheit“ wieder in unser Leben integrieren!
Die Schrift ist klar: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Lüste verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf“ (Tit 2,11-12).
Das wollen die Artikel dieser Ausgabe aufzeigen.

Die Schriftleitung

P 2019-03

denken

  • Prophetie - was ist das? (Dr. Benjamin Lange)
  • Der Aufschrei, Psalm 2 (Johannes Gerloff)

glauben

  • Alles halten, was Jesus gesagt hat? (Ulrich Neuenhausen)
  • Wer mich liebt... (Jochen Weseloh)
  • Nichts Schöneres als eine Berufung (David Kröker)
  • Gande "TO GO" (Gerald Klatt)
  • Vergebung unter Bedingungen (Matthias Adolphi)

leben

  • Tag und Nacht Visa gestempelt (Martin von der Mühlen)
  • Wenn Christen es ernst meinen (Andreas Droese)
  • Glücklich, trotz? (Martina Kausemann)
  • Wassersegen im Heiligen Land (Alexander Schick)
  • Stanfords Schrei nach Kühle (Waldemar Grab)
Orientierung

Die PERSPEKTIVE analysiert aktuelle Entwicklungen – denn wir brauchen Orientierung, wenn selbst Fakten fragwürdig werden.

Maßstab

Die PERSPEKTIVE stellt sich der Bibel und wichtigen Fragen unserer Zeit – denn alles, was wir über und von Gott wissen können, zeigt er uns in seinem Wort.

Ermutigung

Die PERSPEKTIVE ermutigt, Jesus Christus zu vertrauen und Zweifel zu überwinden – denn Glaube lebt aus einer aktiven Gottesbeziehung.

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